Nachlese zum Impulsseminar „Intergeneratives Musizieren“

Die demographische Entwicklung unserer Gesellschaft erfordert mehr denn je ein funktionierendes und positives Verhältnis zwischen Jung und Alt. Dies zu entwickeln und zu stärken ist eine langfristige Aufgabe, die in alle gesellschaftlichen Wirkungsfelder ausstrahlt. Besonders MusikpädagogInnen können einen wichtigen Beitrag leisten, um Generationen durch spezielle musikalische Angebote in Kontakt zu bringen. Wie jedoch können solche Angebote aussehen? Wie können Menschen, die mindestens 25 Jahre voneinander trennt, aktiv miteinander musizieren? Wie kann es gelingen, Kinder, Jugendliche und ältere Menschen über das gemeinsame Musizieren zusammenzubringen? Welche alterspezifischen Besonderheiten sind dabei zu berücksichtigen? Was bedeutet dies für die Auswahl von Unterrichts- und Spielliteratur? Diese und ähnliche Fragen erwachsen aus den neuen Anforderungen und müssen in Zukunft von Musikschulen, Musikvereinen, Orchestern, Chören und Ensembles beantwortet werden. Folglich ist es auch Aufgabe von Musikhochschulen, sich mit diesem aktuellen Thema zu befassen, um Studierende auf die damit verbundenen, spezifischen Aufgaben der Berufspraxis gezielt vorzubereiten.

Die Hochschule für Musik Würzburg stellt dieses Wissen nicht nur Studierenden zur Verfügung, sondern auch bereits ausgebildeten Musiklehrkräften. So haben Prof. Dr. Barbara Busch und Prof. Barbara Metzger in enger Zusammenarbeit mit Christina Hollmann (stv. Direktorin der Bundesakademie Trossingen) ein Impulsseminar konzipiert und dieses vom 15. bis 17. April 2016 unter dem Titel „Intergeneratives Musizieren – Einblicke in ein neues musikpädagogisches Arbeitsfeld“ an der Bundesakademie für musikalische Jugendbildung Trossingen durchgeführt. Unterstützt von den Gastdozenten Dr. Theo Hartogh (Professor für Musikpädagogik und historische Musikwissenschaft an der Universität Vechta), Markus Adam (Stellv. Leiter der Musikschule Ismaning; VBSM-Fachberater für Musik im Alter) und Tanja Domes (Lehrkraft für Klarinette, Saxophon und Bläserklassen an den Musikschulen Bad Kissingen und Volkach) kamen vielfältige Aspekte rund um das intergenerative Musizieren zur Sprache. Neben Informationen zur gesellschaftlichen Aktualität des intergenerativen Musizierens lernten die Teilnehmer Best-Practice Beispiele zum intergenerativen Ensemblespiel kennen. Sie erlebten Chancen und Grenzen des Musizierens ohne Noten, sammelten eigene musizierpraktische Erfahrungen mit der Veeh-Harfe und entwickelten didaktische Leitgedanken zum intergenerativen Instrumental- und Vokalunterricht.

Neben der Fülle an Informationen und unterrichtspraktischen Ideen regte besonders die bunte Mischung der Teilnehmenden aus langjährig erfahrenen MusikpädagogInnen, frischen Absolventen und aktuell Studierenden der HfM Würzburg interessante Diskussionen an und bot Gelegenheit für einen intensiven inhaltlichen Austausch. Von Seiten der Musikhochschule wurde dies unterstützt, da sich neben den Professorinnen noch weitere Lehrende des Hauses, wie Theresa Merk, aktiv beteiligten. Zudem waren die Master-studierenden des 1. und 2. Jahrgangs in die Dozententätigkeit eingebunden und sammelten so Lehrerfahrungen im Fort- und Weiterbildungsbereich. Ganz nach dem Motto des intergenerativen Musizierens wurde dabei voneinander, miteinander und übereinander gelernt und durch die Synergie der verschie-
denen Erfahrungsstände ein Grundstein für kommende Herausforderungen gelegt.
(Seminarbericht Severin Krieger)

Auf Grund der Aktualität des Themas wird im Wintersemester 2017/18 die zweiphasige berufsbegleitende Fortbildung „Musik verbindet Generationen - Anregungen für Musikpädagogen zum intergenerativen Musizieren“ an der Bundesakademie Trossingen stattfinden. Für die Konzeption sind wieder Prof. Dr. Barbara Busch, Prof. Barbara Metzger sowie Christina Hollmann verantwortlich. Neben Gastdozenten werden an der Durchführung auch Studierende des künstlerisch-pädagogischen Masters beteiligt sein.

Berufsbegleitende Fortbildung "Musik verbindet Generationen":
1. Phase 26.–29. Oktober 2017
2. Phase 18.–21. Januar 2018

Anmeldungen sind ab sofort über unsere Homepage möglich.