EMP-Praxis III: Situative musikalische Arbeit

Keine Frage: Jedes Kind bringt von Geburt an musikalische Fähigkeiten mit und ist im Alltag von sich aus musikalisch aktiv. Es nimmt Geräusche, Klänge und Töne wahr und gestaltet damit. Und wohl kaum jemand würde je bezweifeln, dass es sinnvoll und richtig ist, dieses angeborene Bedürfnis zum musikalischen Ausdruck im Alltag aller Kinder zu unterstützen und zu fördern.

Doch wie kann es gelingen, dass Musik ein ganz selbstverständlicher Teil des Lebens der Kinder wird? Wie können bereits ganz junge Menschen Musik als eine alltägliche Ausdrucksform erleben, als etwas, das ganz unmittelbar mit ihnen und ihrer Erlebniswelt zu tun hat? In allem kann Musik sein – aus allem kann Musik entstehen: Hierfür Räume zu schaffen – und dies außerhalb institutionalisierter Unterrichtssituationen und festgelegter Unterrichtsinhalte –, ist ein zentrales Anliegen der situativen Arbeit.

In der situativen Arbeit mit Kindern verbinden sich Alltagssituationen, Tätigkeiten und Aktivitäten in spielerisch-kreativer Weise mit Musik: Vertraute Gesten und Rituale werden mit Liedern und Sprachversen begleitet, Klänge und Geräusche des Alltags als Impulse aufgegriffen und spontan improvisatorisch weitergeführt, Spielzeuge und Materialien werden zu Inspirationsquellen für klangliches Erforschen – die kindliche Lebenswelt bietet mannigfaltige Anknüpfungspunkte, um klingende Bögen zu schlagen zu Instrumenten und Stimmen, zu Bewegung und Tanz.

Wichtiges Prinzip der situativen Arbeit ist es dabei stets, das Kind mit seinen Entwicklungsbedürfnissen und dem, was das Kind in diesem Augenblick, in dieser Situation „anbietet“, in das Zentrum zu stellen. Nicht lehrend, sondern eher ermöglichend und begleitend nehmen Pädagog*innen Impulse auf und unterstützen in einem Prozess ständiger Reflexion die Kinder dabei, ihre eigenen Ausdrucksformen zu finden und individuelle Erfahrungen zu machen. Hierzu bedarf es nicht nur eines sehr flexiblen Reaktionsvermögens, sondern vor allem auch einer wachen Sensibilität, um zu spüren, wann welche Art von Impuls das Spiel befruchten kann.

Dieses neu konzipierte Seminar möchte ermuntern und einladen, den musikalischen Alltag mit Kindern aktiv und kreativ zu gestalten. Die Teilnehmer*innen lernen, musikalische Äußerungen zu erkennen, diese aufzunehmen und gegebenenfalls weiterzuentwickeln. Darüber hinaus wird in der gemeinsamen Arbeit erprobt, wie man musikalisches Material und Ideen spontan erfinden und einsetzen kann.

Themen:

  • theoretische Grundlagen zum Situationsansatz im Allgemeinen und in musikalischen Zusammenhängen im Speziellen
  • Techniken und Ideen zum spontanen Reagieren auf Alltagssituationen
    - förderliche Impulssetzungen versus hinderlicher Interventionen
  • spontanes Erfinden bzw. Erweitern des Materials
    - Lieder, Verse, Texte, Tänze
  • gemeinsames Erstellen von Praxismaterialien
    - ein Ideenfundus für situationsbezogene Impulsgebung

Zielgruppe:
Das Seminar wendet sich an Lehrkräfte und Musikerzieher*innen im Elementarbereich sowie an Fachkräfte aus weiteren musikalischen/pädagogischen Kontexten.

Zusätzliche Informationen:

Kosten:
Teilnahmebeitrag 130,00 €
Vollpension im Zweibettzimmer 84,00 €
Vollpension im Einzelzimmer 104,00 €

Startdatum
11.06.2021
Enddatum
13.06.2021
Es sind noch Plätze frei.
Leitung:

Christina Hollmann
stv. Direktorin der Bundesakademie

Sachbearbeiterin:
Dozent*innen:
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